Nachdem wir im Amiwoid einen Geocoin (Stonesfamily’s Prague 2007 Geocoin I.) mitgenommen haben, fühlten wir uns verpflichtet, die schöne Münze an einen schönen Ort zu bringen. Da wir bedingt durch die Osterferien ein wenig Zeit hatten, planten wir also einen Ausflug an den Tegernsee. Kurz bei Geocaching.com geschaut und schon stand fest, dass Die Neureuth unser Caching-Ziel sein sollte!
Als dann gestern das Wetter zwar bedeckt, aber zumindest trocken war und auch der Wetterbericht für den Tegernsee einen einigermaßen stabilen Himmel berichtete, machten wir uns auf den Weg, der laut Angaben im Cache rund eine Stunde Fußmarsch (einfach) vorsah. Mit dem im Auto eingebauten Navi ließen wir uns bis zum Parkplatz leiten, um von dort direkt im der ersten Station zu beginnen. Bereits hier sahen wir, dass in den letzten Tagen einiges an Neuschnee fiel, der den Weg natürlich anstrengender machte, aber für echte Cacher selbstverständlich kein Hindernis ist! Voller Tatendrang liefen wir also unsere Stationen ab.
Bei Station 6 dann (so bemerken wir im nach hinein) liefen wir prompt falsch, denn der GPSr hatte zu diesem Zeitpunkt eine „Genauigkeit“ von 50m und unser Ziel lag auf einem anderen Weg, der aber leider für uns nicht sichtbar war und wir somit an einer durchaus möglichen, aber falschen Station standen. Doch nicht nur die Station war falsch, auch unser Weg, den wir von dort einschlugen und so liefen wir einen ordentlichen Umweg (wie uns später die Auswertung unserer Route am PC zeigte)! Circa 3km mehr mussten wir zurück legen und statt dem relativ platt getretenen Weg, den die Owner vorgesehen hatten, schlugen wir uns über einen kleinen Pfad, den seit dem Neuschnee vor uns wohl nur ein einziger Mensch lief. So stapften wir also unwissend durch 20cm hohen Schnee bei relativ hoher Steigung zur Station 7. Diese erreichten wir dann nach rund 1,5 Stunden (geplant waren 30-40 Minuten), dafür ging es jetzt deutlich leichter (komisch – wir waren ja auch wieder richtig)!
Als wir dann aus dem Wald heraus in Richtung Neureuth kamen trauten wir unseren Augen kaum. Die 20cm Schnee im Wald wurden hier zu 40-50cm Schnee. Auf den Wegen war das kein größeres Problem, doch wir ahnten schon, dass der Final wohl nicht direkt auf dem Weg liegen würde. Also auf zur letzten Station, die wir problemlos fanden und sofort zu rechnen begannen – gemeinerweise passten unsere errechneten Koordinaten trotz des Fehlers an Station 6 zu den Prüf-Quersummen und wir stiefelten durch den hohen Schnee bis zu einem Stacheldrahtzaun. Dahinter fand sich ein ca. 15m hoher Abgrund, sodass wir davon ausgehen konnten, dass der Cache hier wohl nicht zu finden sei.
Nach Kontrolle aller (zum Glück aufgeschriebener) Zahlen, fiel mir ein, dass wir an Station 6 eine große GPS-Ungenauigkeit hatten und kurz vorher eine Abzweigung des Weges kam. Wir konnten also den Fehler relativ klar auf dieses Problem eingrenzen. Glücklicherweise hatte ich noch im Kopf, welche anderen Schilder in der Umgebung von Station 6 möglich sein konnten und wir „errieten“ unsere Zahl, die dann auch prompt mit den Prüf-Quersummen überein stimmte.
Bei den Koordinaten angekommen sahen wir einige Bäume die ein gutes Versteck bieten würden, doch welcher von den fünf oder sechs Bäumen hat nun das Glück komplett vom Schnee befreit zu werden? Wir beschlossen das Spoilerbild zu Rate zu ziehen und Dani fand einen Baum, der zum Bild passen könnte. Die Handschuhe ausgepackt und rein ins Vergnügen! Nach ca. 10 Minuten war alles um den Baum herum abgesucht und wir hielten den Cache endlich in unseren Händen!
Dann ging es ganz schnell: Die Coin hineingelegt, einen Travel Bug (Capricornus Travel Bug) herausgenommen, im Logbuch eingetragen, alles wieder gut verstaut, jede Menge Schnee drüber geworfen (so richtig Spuren verwischen war nicht möglich
) und wieder zurück auf den Weg. Von hier an gingen wir dann – nachdem der Nebel uns jegliche schöne Aussicht verweigerte – zügig wieder zurück zum Auto.
Unsere Auswertungen zu Hause zeigten, dass wir 8,8km in 4:30 Stunden zurück gelegt hatten und dabei rund 300 Höhenmeter überwanden. Das mag jetzt alles ein wenig lächerlich, langsam und unspektakulär klingen, aber bei 20-50cm Schnee, einigen Umwegen und einem längeren Aufenthalt auf der Lichtung um die Neureuth war der Tag ziemlich anstrengend! Trotz allem hat uns diese Tour einen riesigen Spaß gemacht und wir planen schon für das kommende Wochenende, denn wir müssen unseren Travel Bug ja wieder in Umlauf bringen!
Coole Geschichte, ich glaub, ich werde auch bald Geocacher. Schnitzeljäger war ich früher schon lang, das macht bestimmt irre Spaß! Auch im Schnee. Hihi…