Als ich das erste Mal mit Geocaching in Berührung kam, schreckte ich ein wenig vor der Ausrüstung zurück. Ich sollte einen 300€ teuren GPS-Empfänger kaufen, der mich dann zu den Caches leitet? Das war mir definitiv zu teuer!
Ein Jahr später hatte mich dann wieder die Neugier gepackt, diesmal war ich aber im Besitz eines Nokia N95, welches bereits einen GPS-Receiver (GPSr) integriert hat. Also einen Cache aus dem Internet herausgesucht und losgelaufen. Obwohl ich den Cache damals gefunden (aber nicht geloggt) hatte, wusste ich nun, warum ich nur selten etwas über Geocaching auf Handys gelesen hatte. Einerseits sind die Empfänger nicht mal ansatzweise so stark und damit präzise, wie in einem richtigen GPSr und auch die Bedienung mag für Straßenrouting funktionieren, aber im Wald oder bei manchen Caches mit Berechnungen, Projektionen und Peilungen ist es einfach vorbei.
Dummerweise war ich jetzt infiziert, ein GPSr musste her! Also mal schnell zu Amazon, denn dort hatte ich noch einen Geschenkgutschein von Weihnachten übrig. Doch die Anzahl an verfügbaren Geräten schockierte mich zuerst etwas, denn sind die Geräte für 150€ nun wirklich gut oder sollte ich doch lieber zu einem 300€ Geräte greifen?
Die Entscheidung kann ich Euch letztlich nicht abnehmen, denn einerseits ist es eine Glaubensfrage (Garmin, Magellan oder ganz andere), anderseits eine Geldfrage, aber sicher auch eine Einsatzgebietfrage. Folgende Fragen solltet ihr Euch stellen, um zu einem für Euch richtigen GPSr zu kommen:
- Wie viel Geld bin ich bereits auszugeben?
- Will ich außer Cachen noch etwas damit machen?
- Hier entscheidet sich ob zum Beispiel eine Routing-Funktionalität oder Kartenanzeige wichtig sind
- Brauche ich einen integrierten Kompass?
- Ich halte ihn für sehr sinnvoll und bin froh einen zu haben, allerdings muss man auch den Stromverbrauch dafür beachten
- Will ich auch im Gelände Kartendaten haben?
- Wenn das der Fall sein sollte, dann muss der Anbieter (meist sind die Karten proprietär, also nicht von anderen Herstellern nutzbar) topographische Karten zur Verfügung stellen
- Will ich ein Farbdisplay?
- Frage des persönlichen Geschmacks, manchmal aber auch der Bedienbarkeit – am besten in einem Laden ausprobieren!
- Wie groß und wie schwer soll mein Gerät sein?
- Es macht keinen Spaß mehrere Kilo während des gesamten Trips mit zu schleppen
- Wie viel Speicherplatz brauche ich?
- Eine Erweiterungsmöglichkeit per externen Speicherkarten stellt im Prinzip sicher, dass man beliebig nachrüsten kann.
Weiterhin solltet ihr noch auf die Möglichkeit achten, dass Euer Gerät per USB an den Computer anschließbar ist und für Euer Betriebssystem (Windows, Linux, MacOS) auch entsprechende Software verfügbar ist. Da die meisten Geräte heuzutage sowieso wasserdicht, weise ich darauf nicht explizit hin, aber mit einem TomTom-Autonavi sollte man eben nicht cachen gehen
Mit den Antworten bewaffnet könnt ihr jetzt entweder in einen Outdoor-Laden Eures Vertrauens gehen oder online (Amazon, Globetrotter oder andere) nach einem passenden Gerät suchen.
Für alle, die es interessiert: Ich habe mich für das Garmin Vista HCx entschieden und bin äußerst zufrieden mit dem Gerät! Das Farbdisplay (erkennbar durch das C im Namen) ist gut abzulesen, aber die Kartenfunktionalität nutze ich derzeit noch kaum, da ich noch keine topographischen Karten habe. Der elektronische Kompass half mir auf den letzten Metern vor einem Cache schon oft und der Anschluß per USB, sowie die MicroSD als externer Speicher arbeiten perfekt mit meinem Computer zusammen. Beeindruckend ist auch der neue GPS-Chip (erkennbar durch das H im Namen), der mit einen sehr hohen Genauigkeit und Auflösung arbeitet und dadurch auch im Wald noch ordentliche Ergebnisse erzielt – andere GPS-Geräte gaben hier schon vorher auf.